Zum Thema: In einem Zeitungsartikel wurde 1940 die Rückkehr einer Wiener Reitereinheit vom Osteinsatz angekündigt, wobei hingewiesen wurde, dass zwei Polizeireiter im Einsatz ums Leben kamen. „Die Tat wurde gesühnt“ stand in dem Zeitungsartikel. Historisch ist belegt, dass die Polizeibeamten gemeinschaftlich mit dem Polizeibataillon 5 die im Einsatz ums Leben gekommenen Wiener Polizisten mit einer Massenexekution „gesühnt“ haben. Otto Wächter, der Gouverneur für die Zivilverwaltung in Krakau, legitimierte das Verbrechen und war bei der Erschießung anwesend. Ein Polizeioffizier und international bekannter Spitzensportler des Polizeibataillons 5 beschwerte sich bei Vorgesetzten über die Exekutionen, er wurde denunziert, aus der Polizei ausgestoßen und nach Einweisung ins KZ-Dachau zu einer Bewährungseinheit entlassen. Drei Beteiligte der Wiener Reiter wurden wegen Trunkenheit im Dienst über Auftrag Heinrich Himmlers mit Einweisung für 6 Wochen ins KZ-Sachsenhausen zum „Erziehungszug“ bestraft.
In der Nachkriegszeit wurde gegen den Kommandanten der Wiener Polizeireiter in Deutschland ein Verfahren angestrebt, nach ersten Einvernahmen wurde ihm Verhandlungsunfähigkeit wegen Demenz attestiert und das Verfahren eingestellt. In Österreich wurde kein Verfahren gegen die Beteiligten geführt. Viele Beteiligte wurden wieder für den Polizeidienst der 2. Republik übernommen.
In Polen wurde am Tatort ein Obelisk aus Granitsteinen mit einer Gedenktafel und den Namen der Opfer errichtet, wo seit 1949 alljährlich in einer Gedenkfeier den Opfern gedacht wird. In Österreich ist das Verbrechen dieser Wiener Reitereinheit gänzlich unbekannt.
Eine Anmeldung ist erforderlich: Anmeldelink
Wanderausstellung "Hitlers Exekutive. Die österreichische Polizei und der Nationalsozialismus" 10. März - 30. August 2026
Die Ausstellung bietet einen Überblick über Organisation, Gesinnung und Handlungsspielräume der Exekutive im Nationalsozialismus. Anhand von Biografien zeigt sie die Schicksale und Verhaltensweisen österreichischer Polizisten und Gendarmen - von Widerstand bis hin zu verbrecherischem Handeln. Die Ausstellung entstand im Rahmen des Forschungsprojekts "Die Polizei in Österreich. Brüche und Kontinuitäten 1938-1945", initiiert vom Bundesministerium für Inneres und durchgeführt an der Universität Graz/ Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung in Kooperation mit dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes und dem Mauthausen Memorial.
Rahmenprogramm:
• 22. Mai 2026 – IV. Hartheimer Forschungskolloquium
• 03. Juli 2026 – Workshop zu Gewaltverbrechen Wiener Polizeireiter
• 27. Juli 2026 – Einblick in das pädagogische Angebot „Berufsbild/Menschenbild: Ordnung und Sicherheit“
Für alle Veranstaltungen ist eine Anmeldung erforderlich. Weitere Details werden laufend auf Social Media und unserer Website veröffentlicht.
