Berufsspezifische Angebote
Die Einbeziehung der Lebens- und Erfahrungswelt der Besucherinnen und Besucher ermöglicht eine sinnvolle Annäherung an einen Ort wie Hartheim. Sie hilft, über die historische Faktenvermittlung hinausgehend, auch die individuelle Bedeutung der Geschichte nachvollziehbar zu machen. Seit 2010 steht den Besucherinnen und Besuchern des Lern- und Gedenkorts Schloss Hartheim mit dem Vermittlungsformat „BerufsbildMenschenbild“ daher ein konkretes berufsspezifisches Angebot zur Verfügung.
BerufsbildMenschenbild „Gesundheit und Soziales“
Für Lehrende und Lernende aus dem Gesundheits- und Sozialbereich
Dauer: 2 Stunden Begleitung durch die Gedenkstätte und die Ausstellung "Wert des Lebens" (durch Begleiter:innen des Lern- und Gedenkorts) plus 1,5-2 Stunden ein Modul nach Wahl (Durchführung durch Lehrkraft)
Ca. 20 Personen
Nach einer Begleitung durch die Ausstellung und Gedenkstätte durch die pädagogischen Mitarbeiter:innen des Hauses wird von der begleitenden Lehrperson der Gruppe selbstständig eines von fünf Modulen durchgeführt. In jedem Modul werden Aspekte der Geschichte der Pflege, der beruflichen Haltung und Ethik thematisiert. Vorbereitungsmaterialien zur selbstständigen Durchführung des Programms werden vorab übermittelt.
Insgesamt werden fünf Module zur Auswahl angeboten:
- Modul 1: Scham
- Modul 2: Nähe/Distanz
- Modul 3: Macht/Ohnmacht
- Modul 4: Sprache
- Modul 5: Verantwortung
Fast jedes Modul von BerufsbildMenschenbild ist für eine 90–minütige Lehr-/Lerneinheit
konzipiert (ohne Pause). Eine Ausnahme bildet das Modul Macht/Ohnmacht, für das ca. 100 Minuten veranschlagt werden müssen, wenn alle Verfahren durchgeführt werden sollen.
Das Angebot wurde vom Pflegewissenschaftler und Pflegepädagogen Michael Bossle in Kooperation mit dem Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim konzipiert.
BerufsbildMenschenbild „Ordnung und Sicherheit“
Für angehende Polizistinnen und Polizisten
Dauer: 5 Stunden, maximal 15 Personen pro Gruppe
Nach einem assoziativen Einstieg und einem gemeinsamen Rundgang durch Gedenkstätte und Ausstellung erarbeiten sich die Teilnehmer:innen in Kleingruppen anhand von Biografien entscheidende Eck- und Wendepunkte im Leben von Opfern und Täter:innen. Diese ermöglichen eine Annäherung an die Geschichte der Tötungsanstalt Hartheim und an die Rolle der Polizei im Kontext der NS-Euthanasie. Die Ergebnisse werden präsentiert und gemeinsam diskutiert.

