Klara Pächter wurde am 18. April 1889 in Datschitz (Mähren, heute CZ) als Tochter von Heinrich und Eleonora Schön geboren. Ihr Vater war ab 1896 Rabbiner der kleinen Jüdischen Gemeinde in Steyr (OÖ), so dass die Familie von Mähren nach Steyr umzog. Dort lebten sie in einer Wohnung in der Bahnhofstraße 5, im selben Haus wo sich auch die Steyrer Synagoge befand.
Mit 24 Jahren heiratete sie Siegfried Pächter, der jedoch schon früh starb. Klara Pächter übersiedelte daraufhin zu ihrer Schwester nach Wien.
Klara Pächter war in den 1920er Jahren mehrmals in der Wiener Heil- und Pflegeanstalt „Am Steinhof“ in Behandlung. Später wies man sie der Diagnose „Schizophrenie“ in die Linzer Heil- und Pflegeanstalt Niedernhart ein. Am 6. Juni 1940 wurde Klara Pächter mit weiteren 119 Personen von Niedernhart nach Hartheim gebracht und im Alter von 51 Jahren in der dortigen Gaskammer erstickt.
Klara Pächters Familie bekam die Nachricht, sie wäre nach Brandenburg/Havel verlegt worden und dort am 29. Juni 1940 an einer natürlichen Todesursache verstorben. Zu diesem Zeitpunkt lebten noch ihre drei Schwestern Therese, Ida und Gertrud in Wien. Wahrscheinlich waren sie es, welche die vermeintliche Asche von Klara Pächter aus Brandenburg anforderten, um die Urne am 12. August 1940 im Grab ihrer Eltern in Wien beizusetzen. Noch heute ist dieser Grabstein am Wiener Zentralfriedhof sichtbar.
Klara Pächter war das erste, aber nicht das einzige Mitglied ihrer Familie, das von den Nationalsozialisten ermordet wurde. Nur wenigen ihrer sieben Brüder und Schwestern gelang die Flucht ins Ausland. Ihr Bruder Erwin konnte 1938 mit seiner Frau Ludmilla nach Shanghai und später nach Australien ausreisen. Gemeinsam mit ihnen flüchtete auch ihre dreizehnjährige Tochter Hanna.
Seit 2008 wird an Klara Pächter auch in ihrer Heimatstadt Steyr erinnert. Ihr Name ist auf einer Gedenktafel mit allen 86 Steyrer Shoah-Opfern auf dem jüdischen Friedhof verzeichnet.
(Quelle: Martin Hagmayr, Klara Pächter, in: Lebensspuren. Biografische Skizzen von Opfern der NS-Tötungsanstalt Hartheim. Hg. v. Florian Schwanninger und Irene Zauner-Leitner, Studienverlag: Innsbruck – Wien 2013, S. 83-85)


