Während des Nationalsozialismus mussten in der Landwirtschaft und in Betrieben im „Gau Oberdonau“ Zehntausende Menschen Zwangsarbeit leisten, darunter waren auch sehr viele Frauen und Mädchen, die aus ihren Heimatländern ins „Deutsche Reich“ verschleppt wurden. Viele der Zwangsarbeiterinnen wurden – häufig auch unfreiwillig in Folge von Vergewaltigungen – schwanger. Das NS-Regime reagierte darauf mit der Rückverbringung von Schwangeren in ihre Heimatländer, mit Zwangsabtreibungen und auch mit der Einrichtung von als „Fremdvölkische Kinderheime“ bzw. „Ausländerkinder-Pflegestätten“ verharmlosten Internierungseinrichtungen. In diesen wurden die ihren Müttern entrissenen Säuglinge und Kleinkinder osteuropäischer und sowjetischer Zwangsarbeiterinnen untergebracht. Die Versorgung in diesen Heimen war vielfach katastrophal und hatte schwere Erkrankungen und zahlreiche Todesfälle von Kindern zur Folge.
Die reichsweit erste derartige Einrichtung wurde 1943 in Spital am Pyhrn im „Gau Oberdonau“ eröffnet, es folgten in den darauffolgenden Jahren noch mehrere weitere Standorte. Insgesamt gab es im Deutschen Reich mehrere Hundert derartiger Heime, Zehntausende Kinder dürften in diesen verhungert bzw. an der mangelhaften Versorgung gestorben sein.
Ort: Republikanischer Club, Fischerstiege 1-7, 1010 Wien (https://www.repclub.at/)

