Neue Publikation zu "Fremdvölkischen Kinderheimen" im "Gau Oberdonau"

Am Freitag, 8. Mai 2026, wurde in Spital am Pyhrn ein neuer Sammelband vorgestellt, der sich den „Fremdvölkischen Kinderheimen“ im "Gau Oberdonau" widmet. Dieser wurde in jahrelanger Forschungsarbeit von einer Projektgruppe, die vom Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim koordiniert wurde, erstellt.

Die HerausgeberInnen und AutorInnen des neuen Sammelbandes (einige AutorInnen fehlen auf dem Foto) (Bild: Foto Haijes)

Während des Nationalsozialismus mussten in der Landwirtschaft und in Betrieben im Gau Oberdonau zehntausende Menschen Zwangsarbeit leisten, darunter waren auch sehr viele Frauen und Mädchen, die aus ihren Heimatländern ins „Deutsche Reich“ verschleppt wurden. Viele der weiblichen Zwangsarbeiterinnen wurden – häufig auch unfreiwillig in Folge von Vergewaltigungen – schwanger. Das NS-Regime reagierte darauf mit der Rückverbringung von Schwangeren in ihre Heimatländer, mit Zwangsabtreibungen und ab 1943 auch mit der Einrichtung von „Fremdvölkischen Kinderheimen“ bzw. „Ausländerkinder-Pflegestätten“. In diesen wurden die ihren Müttern entrissenen Säuglinge und Kleinkinder osteuropäischer und sowjetischer Zwangsarbeiterinnen untergebracht. Die Versorgung in diesen Heimen war vielfach katastrophal und hatte schwere Erkrankungen und zahlreiche Todesfälle von Kindern zur Folge.

Das erste „Fremdvölkische Kinderheim“ wurde 1943 in Spital am Pyhrn (Bezirk Kirchdorf) eröffnet, es folgten zahlreiche weitere in anderen Regionen von „Oberdonau“: noch im Jahr 1943 Attnang Puchheim (Vöcklabruck) und Vorchdorf (Gmunden), im Jahr 1944 Burgkirchen (Braunau), Desselbrunn (Vöcklabruck), Utzenaich (Ried im Innkreis), Steyr-Münichholz (Steyr), Schardenberg (Schärding), Pichl bei Wels (Wels-Land), Umlowitz (heutiges Tschechien)

Zudem gab es noch Zwangsarbeitslager in Timelkam (Vöcklabruck) und Linz, wo Kinder von Zwangsarbeiterinnen unter ähnlichen Umständen untergebracht wurden. In Summe kann man – nur im Gau Oberdonau - von mehreren Hundert Todesfällen von Kindern ausgehen. Im gesamten Deutschen Reich gab es hunderte Heime, Zehntausende Kinder dürften in diesen verhungert bzw. an der mangelhaften Versorgung gestorben sein.

Markus Rachbauer, Florian Schwanninger, Susanne Lammer, Martin Kranzl-Greinecker (Hg.)
Fremdvölkische Kinderheime in Oberdonau
Historische Texte des Lern- und Gedenkorts Schloss Hartheim 6
ISBN: 978-3-7065-6077-1
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