Die Opfer der „Aktion T4" aus Bayern
Die 2025 fertiggestellte Wanderausstellung erinnert an über 7.600 Patientinnen und Patienten, die in den Jahren 1940 und 1941 aus Heil- und Pflegeanstalten auf dem Gebiet von Bayern Opfer der "Aktion T4" wurden - darunter auch mehr als 600 Patientinnen und Patienten der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren-Irsee.
Beispielhaft erzählt die Ausstellung 14 Lebensgeschichten von Menschen mit geistigen Behinderungen und psychischen Krankheiten aus Ober- und Niederbayern, aus der Oberpfalz, aus Ober-, Mittel- und Unterfranken sowie aus Schwaben. Sie wurden im Nationalsozialismus von ärztlichem, pflegerischem und Verwaltungs-Personal als vermeintlich „lebensunwertes Leben“ zunächst stigmatisiert, dann verfolgt und schließlich ermordet.
Die Wanderausstellung verdankt sich der gemeinsamen Initiative der Stiftung Sächsische Gedenkstätten/Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein, des Lern- und Gedenkorts Schloss Hartheim sowie der Gedenkstätte Grafeneck e.V. Finanzielle Förderung erfuhren sie durch die bezirklichen Gesundheitsunternehmen in Bayern. Fachliche Unterstützung boten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Arbeitskreis zur Erforschung der nationalsozialistischen „Euthanasie“ und Zwangssterilisation. Ebenso hilfreich waren zahlreiche Mitarbeitende der Bezirksheimatpflege und der einzelnen Bezirksarchive sowie die Unterstützung durch den Bayerischen Bezirketag bzw. das Bildungswerk in Irsee.
Eine Begleitpublikation zur Ausstellung ist ebenfalls 2025 erschienen: Boris Böhm, Peter Eigelsberger, Daniel Hildwein, Hagen Markwardt (Red.): Ermordet in Grafeneck, Hartheim und Pirna-Sonnenstein. Die Opfer der "Aktion T4" aus Bayern, Alkoven 2025, ISBN: 978-3-9504504-5-3
Ausstellungstermine und -orte
Bis 13. März 2026: kbo-Verwaltungsgebäude in Haar/München
