European Memorial Sites established on the grounds of places connected to the crimes perpetrated by the Nazis, Fascists, and their accomplices during World War II constitute a visible legacy of the history that shaped the foundation of post-war Europe. As our societies undergo significant change, and as the generation of Survivors and direct witnesses gradually disappears, Memorial Sites carry a continuing responsibility: to raise awareness of the past, actively encourage reflection in our contemporary society, and signal and resist dehumanization, racism, antisemitism, and xenophobia wherever they arise. In fulfilling this responsibility, Memorial Sites occupy a distinct position. Basing on rigorous research and historical evidence, they are detached from private interests, independent, and have a critical voice, including in relation to political developments and all forms of hate speech. This requires that Memorial Sites remain places for difficult questions and that they can offer warnings when this is called for. This task can only be sustained where Memorial Sites are guaranteed programmatic independence from political authority: local, regional, national, or European. Their intellectual and practical autonomy should not be subject to political or budgetary pressure. As custodians of a history that affected the whole of Europe, their independence is not solely an internal matter for their respective governing bodies, but a shared interest of Europe as such. To confront the growing challenges for democracy and peace, we call on all parties involved in public dialogue to respect this principle of autonomy.
Deutsche Übersetzung:
Europäische Gedenkstätten: Kerndeklaration
Europäische Gedenkstätten, die an Orten errichtet wurden, die mit den von den Nationalsozialisten, Faschisten und ihren Komplizen während des Zweiten Weltkriegs begangenen Verbrechen in Verbindung stehen, bilden ein sichtbares Vermächtnis der Geschichte, die die Grundlagen des Nachkriegseuropas geprägt hat. Angesichts des tiefgreifenden Wandels unserer Gesellschaften und des allmählichen Verschwindens der Generation der Überlebenden und direkten Zeitzeugen tragen Gedenkstätten eine fortbestehende Verantwortung: Sie müssen das Bewusstsein für die Vergangenheit schärfen, aktiv zum Nachdenken in unserer heutigen Gesellschaft anregen sowie Entmenschlichung, Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit aufzeigen und ihnen entgegenwirken, wo immer sie auftreten.Bei der Wahrnehmung dieser Verantwortung nehmen Gedenkstätten eine besondere Stellung ein. Auf der Grundlage gründlicher Forschung und historischer Belege sind sie von privaten Interessen losgelöst, unabhängig und nehmen eine kritische Haltung ein, auch in Bezug auf politische Entwicklungen und alle Formen von Hassrede. Dies erfordert, dass Gedenkstätten Orte für schwierige Fragen bleiben und dass sie, wenn es erforderlich ist, Warnungen aussprechen können. Diese Aufgabe kann nur dann dauerhaft erfüllt werden, wenn den Gedenkstätten programmatische Unabhängigkeit von politischen Instanzen – auf lokaler, regionaler, nationaler oder europäischer Ebene – garantiert wird. Ihre intellektuelle und praktische Autonomie darf keinem politischen oder haushaltspolitischen Druck unterliegen. Als Hüter einer Geschichte, die ganz Europa betraf, ist ihre Unabhängigkeit nicht nur eine interne Angelegenheit ihrer jeweiligen Leitungsgremien, sondern ein gemeinsames Anliegen Europas als Ganzes. Um den wachsenden Herausforderungen für Demokratie und Frieden zu begegnen, rufen wir alle am öffentlichen Dialog beteiligten Akteure dazu auf, diesen Grundsatz der Autonomie zu respektieren.
