Institutions

The Gau-Heil- und Pflegeanstalt zu Troppau/Opava

Description of the institution (German only) (1912)

Bis zum Jahre 1841 bestand in Schlesien gar keine, von da ab eine gänzlich unzureichende Fürsorge für die Unterbringung Geisteskranker. Die Irrenanstalt bestand in einem kleinen, im Hofe des Dr. Heidrich'schen Stiftungskrankenhauses in Troppau gelegenen Häuschen, das 16 bis 20 Geisteskranken elendste Unterkunft in kleinen Zellen und einem grösseren über der Leichenkammer gelegenen Zimmer bot. Im Jahre 1869 becastle der Landtag Studien anstellen zu lassen, die zur Errichtung einer Landesirrenanstalt führen sollten. Am 1. Juli 1873 wurde das zu einer Pflegeanstalt umgewandelte Schlossgebäude in der Stadt Olbersdorf bezogen. Die Irrenabteilung im Heidrich'schen Krankenhause wurde zur Beobachtungsabteilung. Im Jahre 1876 wurde der Belagraum der Irrenastalt auf 74, im Jahre 1882 bis auf 90 Betten erhöht. Die Einrichtungen dieser Anstalt waren und blieben aber so ungenügend, dass noch in demselben Jahre der Landtag den Beschluss fasste, eine Landesirrenanstalt für 150 Geisteskranke zu errichten.
Studienreisen des Irrenanstaltsleiters und des Leiters des Landesbauamtes führten zu einem von hervorragenden Fachleuten begutachteten Bauprogramme, mit dessen Ausführung der Architekt Waldemar Osterloff, der gerade bei dem Neubaue der Badischen Irrenanstalt Emmendingen tätig gewesen war, betraut wurde.
Die Anstalt sollte für 200 Kranke ausgebaut, auf 400 Plätze zu erweitern sein. Im Jahre 1889 wurde diese neue Anstalt mit einem Krankenstande von 87 eröffnet. Die Gestaltung und der Umfang dieser ersten Anstalt ist aus dem beiliegenden Plane zu ersehen. Es wurde nach den damals vorhandenen neuesten und besten Baumustern eine Gruppe von 6 villenartigen Häusern für weibliche, und eine ebensolche Gruppe für männliche Kranke erbaut.
Der Raum zwischen den beiden Gruppen wurde den gemeinsamen Gebäuden vorbehalten: an die Strasse kam das Verwaltungsgebäude zu stehen, hinter diesem das Versammlungshaus, dahinter Küche und Wäscherei und an die äusserste Grenze ein Pavillon für infektiöse Krankheiten. Jede der beiden Abteilungen (Männer und Frauen) hatte ein Haus für neuaufgenommene, erst zu beobachtende und für körperlich Kranke, ein Haus für 'halbunruhige', ein Haus für unruhige, zwei Häuser für ruhige Kranke und ein Haus für Kranke besserer Stände.
Ein kleiner landwirtschaftlicher Betrieb (6,25 ha, 4 Kühe), verschiedene Werkstätten sollten für die Beschäftigung der Kranken im Freien und bei ihren früheren Berufstätigkeiten sorgen. Für gemeinsame Unterhaltungen war ein Festraum (mit Billard- und Klavierzimmer) im Versammlungshaus eingerichtet.
Die Wasserversorgung geschah durch einen eigenen Brunnen. Für den Fall der Not wurde die Anstalt an die städtische Wasserleitung angecastleen.
Die Beleuchtung wurde von den eigenen Dampf- und Lichtmaschinen besorgt. Vom 1. Januar 1912 ab wird, auf Grund eines sehr günstigen Vertrages, der Licht- und Kraft-Strom vom städt. Elektrizitätswerk geliefert.

Taken from: Die Irrenpflege in Österreich in Wort und Bild. Redigiert von Dr. Heinrich Schlöss, Halle 1912

Description of the institution (German only) (1942)

Siechenhaus der Anstalt (1940).
Höchst Normal Belegt
1.300 1.250 630
682 Res.Laz.

Chefarzt Dr. Girschek. 49 ha Eigentum, 6 ha Pacht. Die Anstalt liegt ausserhalb Troppau. Der alte Teil ist im Pavillonsystem erbaut, der neuere Teil in grösseren Häusern im Korridorsystem daran gebaut. Die Anstalt ist mit der Strassenbahn zu erreichen ; die Stadt selbst macht einen trostlosen Eindruck. Auf dem Gelände der Anstalt wurde 1905 ein gaueigenes Krankenhaus errichtet, das wirtschaftlich von der Anstalt mit versorgt wird. Dieses Krankenhaus wirkt sich, ärztlich gesehen, äusserst günstig für die Heilanstalt aus. Es besteht eine rege Zusammenarbeit zwischen den Ärzten. Der Chefarzt ist ein bekannter Neurologe aus der Prager Schule, der sich eine schöne neurologische Abteilung (40 Betten) geschaffen hat. Diese ist zwischen Wien und Breslau die einzige und stärkstens frequentiert. Er hat sich ausgezeichnete Mitarbeiter herangezogen, u.a. einen Röntgenologe mit Spezialröntgeneinrichtung für Encephalographie und Tumordiagnose; ein Oberarzt für Arbeitstherapie, der Gütersloh, Bethel und andere Anstalten studiert hat. EKG. - Grundumsatzbestimmung und vor allem eine Elektroschock-Station ergänzen das erfreuliche aktive, ärztliche Bild.

Die Küche muss jetzt für Krankenhaus und Lazarett mitkochen und ist bei der Kapazität von 2.700 fast Tag und Nacht in Betrieb. Neue Kessel sind erforderlich. Die Wäscherei ist veraltet. Der Nachteil der Anstalt ist die viel zu kleine Landwirtschaft, die mit dem Gutshof ungünstig gelegen ist. Um die vorbildlich unterhaltende ärztliche Anstalt mit ihren vielen wissenschaftlichen Möglichkeiten wirtschaftlich zu sichern, ist der geplante Gutshof-Neuerwerb zu unterstützen, der die nutzbare landwirtschaftliche Fläche auf ca. 150 ha bringen würde. Werkstätten: Baracke
Verwendungsvorschlag: Heilanstalt

Taken from: BAB, R 96 I/15, Abschlussbericht über Planung Sudetenland vom 4.—13. August 1942

Location of the institution

Psychiatrická léčebna v Opavě
Olomoucká 88
746 01 Opava
http://www.plopava.cz

Die Heil- und Pflegeanstalt Marianum in Troppau/Opava

Description of the institution (German only) (1942)

Höchst Normal Belegt
300 290 279

Besitzer: Kongregation, "Töchter der göttlichen Liebe in Wien", 1908/10 erbaut. Das feste Haus ist in zwei Abteilungen eingeteilt, der grössere Teil für die geistesgestörten Jugendlichen (200 Betten), der kleinere Teil als Altersheim. Hier sind normale, selbstzahlende Pensionäre (70 Betten). — Die Kinder werden von dem Gaufürsorgeverband Reichenberg überwiesen und müssen geistig anormal sein. Die ganz niedergeführten Kinder werden nach Wiesengrund überführt. 4 geprüfte Schwestern mit 2 Kindergärtnerinnen versuchen mit den geistesgestörten Kindern gewisse Ziele zu erreichen. Es ist keine öffentliche Schule, daher ohne Lehrplan. Das jugendliche Material ist schlecht und scheint nicht zu viel Hoffnungen zu berechtigen.

45 km entfernt liegt Plettenhof, kleine Landwirtschaft mit 8 ha.

Für jede Abteilung eine Küche, die für die Kinderabteilung ohne Kessel und zu klein.
Kleines Handwerkshaus. In der Wäscherei viel Handwäscherei. — Billiger Tagessatz von RM 1,50.
Chefarzt Dr. Mahly alter, netter Psychiater.

Verwendungsvorschlag: Jetzt eine "jugendpsychiat. Schule". Besser Kinder verlegen nach Wiesengrund und Altersheim.

Taken from: BAB, R 96 I/15, Abschlussbericht über Planung "Sudetenland" vom 4.—13. August 1942

Location of the institution

Marianum
Rooseveltova 47
746 01 Opava
http://www.marianum-opava.cz