Institutions

Die Landesanstalt für Geisteskranke in Brünn-Tschernowitz/Brno-Černovice

Description of the institution (German only) (1912)

Die Anstalt wurde in der Zeit vom 18. März 1861 bis 26. Oktober 1863 nach dem Programme des Primararztes der Irrenabteilung der Versorgungsanstalten Dr. Czermak und den Plänen des Bausdirektors Seyfert im Korridorsystem erbaut. Am 1. November 1863 begann die Aufnahme der Kranken und die Transferierung sämtlicher Pfleglinge aus der Irrenabteilung des Versorgungshauses. Der Normalbelag war 336 Köpfe; die Grundfläche, zwischen Brünn und der Gemeinde Czernowitz gelegen, betrug 18 Joch.
In der Durchführung des vorgelegten Bauplans (Situation A) wurden mehrere Abänderungen vorgezeichnet. Die von dem Administrationsgebäude getrennten Krankentrakte wurden mit demselben unter einem Dache vereinigt, das System der Stiegenachsen und Verbindungsgänge beibehalten, die projektierten Tagsäle verschmälert und zu Gängen umgewandelt, ein Speisesaal für alle Stockwerke gemeinschaftlich im ebenerdigen Geschosse angelegt, die Anzahl der Abteilungen um zwei vermindert, die Kapelle zwischen die Speisezimmer der gebildeten Kranken gelegt, die Waschanstalt gänzlich isoliert und entfernt vom Hauptgebäude situiert. Der Luftraum war berechnet mit 48 cbm pro Kopf für I. und II. Kl., 28 cbm der ruhigen III. Kl., 48 cbm der unruhigen und unreinen Kranken. Zum Vergleiche der Anlagen des durchgeführten Planes mit dem ursprünglichen von Dr. Czernak und Seyfert entworfenen Projektes folgt der Situationsplan des letzteren. (Situation B)
Die Anstalt liegt eine Viertelstunde von Brünn entfernt am Abschlusse jener nach Süden offenen Ebene, welche als Fortsetzung des Wiener Beckens zu betrachten ist.
Unter der mächtigen Humusschicht herrscht hier der ziemlich weit sich erstreckende Diluviaschotter vor, in welchem beim Graben der Baugründe Kieferknochen des Mammuth (Elepas primigenis) mit den lamellanen Backenzähnen aufgefunden wurden; stellenweise tritt der Tegel auf und an den die Ebene begrenzenden in Osten, Norden und Westen sanft aufsteigenden Terrain, da der tiefste Punkt bei Brünn in einer Seehöhe von 400 Wiener Fuss gelegen ist.
Der mittlere Barometerstand der Gegend beträgt nach den vom Jahre 1828—1846 gemachten Aufzeichnungen 328,93 Pariser Linien; die mittlere Lufttemperatur betrug 6,95° R;
Die vorherrschende Windrichtung ist: Nord-West und Süd-Ost; im Sommer erlangen die Nord-West und Nord-Winde das Uebergewicht.
Die angelegten Brunnen geben in der 6. Klafter reichlich Wasser. Nebstbei ist die städtische Wasserleitung in die Gebäude eingeführt.
Der Kanal, aus Ziegeln gemauert, führt in den Zwittafluss, der 1000 Klafter von der Anstalt entfernt ist.
Die Grundfläche, ein regelmässiges Viereck, ist von allen Seiten mit Feldern umgeben. Die Beleuchtung besorgt die städtische Gasanstalt. Die Wohnungen der Bediensteten, Kanzleien und einige Wärterzimmer werden mit tönernen schwedischen, in der Lokalität selbst stehenden Oefen geheizt. Für die Abteilungen der Pfleglinge stehen Luftheizungen nach dem Meissner'schen System in Verbindung mit Ventilationsvorrichtungen im Gebrauche, welche im Kellergeschosse aufgestellt sind und von da aus die oberhalb gelegenen Lokalitäten beheizen. Der Gesamtkostenaufwand für die Anstalt betrug 434 513 fl 41½ kr.

Taken from: Die Irrenpflege in Österreich in Wort und Bild. Redigiert von Dr. Heinrich Schlöss, Halle 1912

Description of the institution (German only) (1942)

634 Betten. Entsetzliche Anstalt. Das ärgste und verkommenste was es gibt. Direkt neben Militärflugplatz gelegen. Hier sollen die deutschen Kranken Mährens zusammengefaßt werden.
8 Ärzte — 127 Pfleger. Deutscher Chefarzt zum größten Teil aber noch tschechische Ärzte und tschechisches Personal. Chef des Gesundheitsamtes in Mähren ist Medizinalrat Dr. Gröblee, Brünn.

Taken from: BAB, R 96 I/15, Bericht über Planung Protektorat vom 7.—10. September 1942

Location of the institution

Psychiatrická léčebna Brno
Húskova 2
618 32 Brno-Černovice
http://www.plbrno.cz

Die Klinik für Geistes- und Nervenkrankheiten in Brünn/Brno (privat/charitativ)

Description of the institution (German only) (1942)

96 Betten. Die Anstalt ist dem Landeskrankenhaus angegliedert und diente der früheren tschechischen Universitätsklinik Brünn als psych. Abteilung.
Nur tschechische Ärzte, Beamte und Personal.

Taken from: BAB, R 96 I/15, Bericht über Planung Protektorat vom 7.—10. September 1942

Location of the institution

Die Anstalt für geistig abnorme Kinder in Brünn/Brno (privat/charitativ)

Description of the institution (German only) (1942)

75 Betten. Private Ordensanstalt. 1 Arzt — 8 Schwestern nur Tschechen.

Taken from: BAB, R 96 I/15, Bericht über Planung Protektorat vom 7.—10. September 1942