Das Projekt

Hintergrund des Projekts

Foto des Schlossgebäudes Hartheim aus dem Jahr 2003
Schloss Hartheim (2003)

Seit den 1990er Jahren werden von den Mitarbeitern der "Euthanasie"-Gedenkstätten in Hartheim (Oberösterreich) und Pirna-Sonnenstein (Sachsen) systematisch die Namen von Opfern der "Aktion T4" erhoben. Ziel beider Gedenkstätten ist die Erstellung eines "Buches der Opfer", in dem möglichst alle Ermordeten genannt werden, um diesen Namen und Identität wiederzugegeben und den Angehörigen die Möglichkeit zur Trauer bzw. zum Gedenken zu bieten.

Zur Ermittlung der Opfernamen wurden Akten des Bundesarchivs Berlin, Unterlagen der sog. Zwischenanstalten und vieler weiterer Archive eingesehen und ausgewertet. Auf diese Weise konnten ungefähr 11.500 Sonnensteiner und 16.000 Hartheimer "T4"-Opfer namentlich ermittelt werden. Die Auswertung der genannten Dokumente zeigte jedoch die Grenzen der Recherchen auf. Aus den in Deutschland und Österreich zugänglichen Quellen ließen sich kaum Namen weiterer Opfer rekonstruieren.

Die noch nicht erfassten Opfer stammen zumeist aus den ehemaligen deutschen bzw. deutsch besiedelten Gebieten, die heute zur Tschechischen Republik gehören. Die Quellen geben dazu eindeutige Hinweise. Beispielsweise werden in den Planungsunterlagen der "Euthanasie"-Zentrale viele sudetendeutsche Heil- und Pflegeanstalten genannt. Als Ort, an dem die Bewohner dieser Einrichtungen eines gewaltsamen Todes starben, kommen sowohl Pirna-Sonnenstein als auch Hartheim in Betracht.

Aus diesem Grund beantragten der Verein Schloss Hartheim in Österreich, das Institut für Zeitgeschichte der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik (Prag) und die Stiftung Sächsische Gedenkstätten zur Erinnerung an die Opfer politischer Gewaltherrschaft (Dresden) bei der EU die Förderung eines gemeinsames Projektes zur Erforschung der nationalsozialistischen "Euthanasie" auf dem Gebiet der heutigen Tschechischen Republik.
Diese Website sowie die hier vorgestellten Publikationen spiegeln den derzeitigen Forschungsstand wider. Die Projektmitarbeiter sind bestrebt, alle neuen oder weiterführenden Erkenntnisse möglichst umgehend in die Website einzuarbeiten, um damit stets den aktuellen Forschungsstand zu repräsentieren.