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27. Februar 2010 — "Euthanasie"-Ausstellung eröffnet

Dresdner Neueste Nachrichten

"Euthanasie"-Ausstellung eröffnet
Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein informiert über NS-Morde an Patienten

Pirna. Die Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein eröffnet am heutigen Holocaust-Gedenktag eine Sonderausstellung zu den nationalsozialistischen Patientenmorden im Sudetenland und im von den Nazis so genannten Protektorat Böhmen und Mähren. Die von der EU geförderte Dokumentation stelle den derzeitigen Forschungsstand zu diesem bislang wenig beachteten Teil der NS-"Euthanasie" im heutigen Tschechien dar, so Gedenkstättenleiter Boris Böhm.
Gezeigt werden 16 Tafeln, die über die Morde in speziellen Tötungsanstalten und über die systematische Vernachlässigung und Aushungerung von Behinderten sowie psychisch Kranken in Pflegeanstalten informieren. Die Tafeln sind in englischer, tschechischer und deutscher Sprache verfasst und werden illustriert durch zahlreiche zeitgenössische Dokumente und Fotografien. Nach Angaben von Böhm wurden in der nationalsozialistischen Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein auch Patienten aus dem Sudetenland mit Giftgas getötet. Nach bisherigen Schätzungen ermordeten die Nazis allein in den Jahren 1940 und 1941 rund 1000 Patienten aus dem Sudetenland und dem Protektorat Böhmen und Mähren.
Zur Eröffnung hält der Leipziger Historiker Dietmar Schulze 18 Uhr einen einführenden Vortrag zur Ausstellung. Die Gedenkstätte hat Montag bis Freitag von 9 bis 15 Uhr geöffnet, sonnabends von 10 bis 15 Uhr. Der Eintritt ist kostenfrei. Führungen sind nach telefonischer Absprache unter 03501 / 710960 möglich.

DNN

12. Februar 2010 — Forschungsprojekt: T4 im "Reichsgau Sudetenland"

Deutsches Ärzteblatt, Heft 6, 107. Jahrgang

Bis zum 31. Mai 2010 zeigt die Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein die Ausstellung "Lebensunwert"; sie behandelt die NS-"Euthanasie", insbesondere die Ermordung psychisch Kranker und Behinderter im Rahmen der Aktion T4 (benannt nach der Berliner Tiergartenstraße 4) im früheren "Reichsgau Sudetenland" sowie die Vorbereitungen zur Kindereuthanasie im "Protektorat Böhmen und Mähren" zwischen 1939 und 1945 (siehe auch den Hinweis in DÄ, Heft 3/2010). [...]

Vollständiger Artikel auf: http://www.aerzteblatt.de/archiv/67702

03. Februar 2010 — Ausstellung auf dem Sonnenstein

Pirnaer Rundschau

Ausstellung auf dem Sonnenstein

Pirna. Es ist grauenhaft und heute kaum vorstellbar, dass 1940 und 1941 im damaligen Deutschen Reich sechs Tötungsanstalten errichtet wurden, in denen mehr als 70.000 psychisch Kranke und geistig Behinderte vergast wurden.
Das Leben dieser Menschen war für die Nationalsozialisten "Lebensunwert". — Das ist auf Tschechisch, Deutsch und Englisch auch der Titel einer Wanderausstellung, die am 27. Januar in der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein eröffnet wurde.
An historischem Ort wird seit dem Jahr 2000 an die Opfer der "Euthanasie"-Verbrechen erinnert, die hier in einer eins humanistischen Heilanstalt ermordet wurden.
Der Krankenmord war perfekt organisiert. Mehrmals wöchentlich brachte man Patienten aus psychiatrischen Einrichtungen, Alters- und Pflegeheimen sowie Krankenhäusern in die Tötungsanstalt auf dem Sonnenstein. Männer, Frauen und Hunderte Kinder aus Sachsen, Thüringen, Franken, Schlesien, dem Sudetenland sowie West- und Ostpreußen — insgesamt 13.720.
Später kamen noch Transporte mit mindestens 1.031 Häftlingen aus den Konzentrationslagern Sachsenhausen, Buchenwald und Auschwitz dazu. Sie alle erlitten einen qualvollen Tod in einer Gaskammer und wurden anschließend in einem Krematorium verbrannt. Bis jetzt sind erst die Namen von 11.600 Opfern bekannt.
Für die Nationalsozialisten war diese sogenannte "Aktion T4" auch die organisatorische und technische Vorbereitung des Holocaust.

"Wenig war bisher über die nationalsozialistische 'Euthanasie' im Reichsgau Sudetenland und Protektorat Böhmen und Mähren bekannt", stellte Dr. Boris Böhm, Leiter der Gedenkstätte, fest.
Tschechische, österreichische und deutsche Institutionen arbeiteten gemeinsam daran, diese Lücke zu schließen. Dabei kamen sie zu vielen neuen Erkenntnissen, die sie in der Austellung darstellen.
"Die Forschungsarbeit war nicht einfach", sagte Dr. Michal Simunek vom Institut für Zeitgeschichte der Tschechischen Republik. "Meist fehlten die Unterlagen von Verlegungen aus psychiatrischen Einrichtungen und Krankenhäusern, so dass sich die Suche nach Namen äußerst schwierig gestaltete", ergänzte Dr. Dietmar Schulze aus Leipzig. Beide haben wesentlichen Anteil an der Realisierung dieses von der EU geförderten Projektes.
Die eindrucksvolle Wanderausstellung, deren knappe Texte ebenfalls in drei Sprachen verfasst sind, wird noch in vielen Orten Europas gezeigt. Damit soll das aktive Erinnern und Lernen aus der Geschichte gefördert werden. Bis zum 31. März ist sie zu den Öffnungszeiten der Gedenkstätte auf dem Sonnenstein zu sehen.

Sta

Februar 2010 — NS-Euthanasie in Böhmen und Mähren

Ärzteblatt Sachsen, 2/2010, 21. Jahrgang

Bei der Erforschung der NS-"Euthanasie" im Reichsgau Sudetenland und Protektorat Böhmen und Mähren bestehen nach wie vor Forschungslücken. Bis heute sind die Schicksale nur weniger Opfer bekannt. Seit mehreren Jahren arbeiten deshalb der Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim (Republik Österreich), die Stiftung Sächsische Gedenkstätten (Bundesrepublik Deutschland), das Institut für Zeitgeschichte der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik und die Gedenkstätte Terezín — Museum des Ghettos (Tschechische Republik) zusammen, um diese Lücken zu schließen. [...]

Vollständiger Artikel als PDF auf: http://www.slaek.de/50aebl/2010/archiv/02/pdf/0210_081.pdf