Ústavy

Die Heil- und Pflegeanstalt in Kosmanos/Kosmonosy

Beschreibung der Anstalt (1912)

Verwaltungsgebäude der Anstalt (2002)

Errichtet in der adaptierten früheren Kosmanoser Kattunfabrik als Filiale der Prager Landesirrenanstalt mit dem Charakter einer Pflegeanstalt. Am 27. April 1869 mit dem ersten Kranken belegt.
Ursprünglich auf das sog. 'alte Haus' (St. in der Planskizze) beschränkt, wurde die Anstalt in den Jahren 1892-1897 beträchtlich durch Neubauten erweitert und am 1. Juli 1897 für eine selbständige Anstalt mit eigenem Aufnahmsrayon (Nord- und Nordost-Böhmen) erklärt.
In den Jahren 1901-1902 weitere Erweiterungsbauten; auch ein eigenes Leichenhaus mit modern eingerichtetem Seziersaale wurde errichtet.
Im Jahre 1906 wurde, um den Kranken Gelegenheit zu landwirtschaftlichen Arbeiten zu geben, die Einschichte Těschnov angekauft; für später ist hier der Bau einer Arbeiterkolonie geplant.
Im Jahre 1909 wurde mit dem Bau von zwei neuen Pavillons — streng nach dem Muster der Pavillons für Ruhige in der neuen Bohnitzer Anstalt — begonnen; die Belegung dieser für ja 95 Kranke bestimmten Pavillons ist für die zweite Hälfte des Jahres 1911 in Aussicht genommen.
Gegenwärtiger Belegraum 1139 Plätze (714 für Männer und 425 für Weiber); dabei besteht die Anstalt (abgesehen von der Einschichte Těschnov) aus 17 mehr weniger grossen Gebäuden, davon 9 speziell zur Unterbringung von Kranken bestimmt. Seit 1897 besteht elektrische Beleuchtung; in den neueren Gebäuden besteht Zentralheizung, in den übrigen sind Meidinger'sche Oefen eingeführt.
Im Jahre 1900 wurde ein Zentralbad eingerichtet, nebstdem sind auf sämtlichen Abteilungen für bettlägerige (und überwachugnsbedürftige) Kranke eigene Badestuben errichtet. Ein eigenes Pumpwerk führt aus drei, dem Iserflusse nahegelegenen Brunnen der Anstalt Wasser zu.
Die Anstalt besitzt eine landwirtschaftliche Kolonie, dann Schuhmacher-, Schneider-, Strumpfwirker-, Tapezierer-, Buchbinder-, Tischler-, Klempner-, Schlosser- und Lackiererwerkstätten; überall hier und sonst Kranke beschäftigt.

Pramen: Die Irrenpflege in Österreich in Wort und Bild. Redigiert von Dr. Heinrich Schlöss, Halle 1912

Beschreibung der Anstalt (1942)

Die Anstalt Kosmanos liegt halbwegs zwischen Prag und Reichenberg (60 km bis Prag — 50 km bis Reichenberg).

Bettenzahl:HöchstNormalBelegt
1 4501 3501 118

(668 Frauen und 450 Männer, keine Jugendlichen).

65 ha. Die Anstalt entstand 1867 aus einem Kloster mit Bauabschnitten 1880 und 1914-1918. Familienpflege wird nicht getrieben. 98% deutsche Kranke. Nur 17% deutsches Personal.
Ein Laboratorium wurde eingerichtet. Röntgen- und Durchleuchtung-Einrichtung vorhanden. Der Anstaltskomplex besteht aus dem alten Klostergebäude und 4 großen Pavillons. Korridorsysteme. Die Flure sind überall Tagesräume. Der bauliche Außen- und Innenzustand ist gut. Der Chefarzt sieht darauf, daß jährlich die Räume frisch gestrichen werden. Küche und Wäscherei sind gut und genügen einer Kapazität von 1500.
Therapeutisch wird Cartiazol in großen Versuchsreihen angewandt. Keine Insulinbehandlung. Elektroschockapparat ist bestellt. Der Chefarzt hat einen Arzt nach Rom zur Ausbildung geschickt gehabt. Nach Mitteilung des Chefarztes hat er bei Auflösung der Anstalt Sternberg im Sudetenland einen Teil — und nicht den besten — des dortigen Personals bekommen.

Die Landwirtschaft ist zu klein. Die Werkstättenanlagen müßten für die ausreichende Beschäftigung der Kranken vergrößert werden. Die Verwaltung ist noch völlig veraltet. Keine Schreibmaschinen. Die tschechischen Beamten meinen, daß die deutsche Organisation nur im Ausfüllen von Formularen bestünde. Die Besetzung der Verwaltung mit Arbeitskräften ist völlig überhöht und bedarf einer absoluten Reorganisation.

Pramen: BAB, R 96 I/15, Bericht über Planung Protektorat vom 7.–10. September 1942

Lage der Anstalt

Psychiatrická léčebna Kosmonosy
Lípy 15
293 06 Kosmonosy
http://www.plkosmonosy.cz