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Friedhof

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Foto: Grabmal zur Erinnerung an die "Euthanasie"-Opfer in Hartheim, Totalaufnahme Foto: Grabmal zur Erinnerung an die "Euthanasie"-Opfer in Hartheim, Nahaufnahme

Das Areal östlich des Schlosses, der ehemalige Schlossgarten, wurde in der Zeit der NS-Euthanasieanstalt zum Lagerplatz für Krematoriumsasche, Knochenreste und unverwertbare persönliche Besitztümer der Opfer. Diese Überreste wurden dann vergraben. Im Dezember 1944 bzw. Jänner 1945 kamen noch Überreste des Rückbaus der Tötungsanlagen, wie Fliesen, Ziegel, Schamott und diverse andere Materialien hinzu.

Von Oktober 2001 bis Mai 2002 wurde das Gelände archäologisch untersucht. Da menschliche Überreste aus den Jahren 1940-1944 gefunden wurden, wurden die einschlägigen Bestimmungen des Kriegsgräberfürsorgegesetzes wirksam. Diese besagen, dass die sterblichen Überreste zu bestatten sind und das fragliche Areal zum Friedhof zu erklären ist. Die Bestattung der sterblichen Überreste der Opfer fand in feierlicher Form unter Beteiligung von hohen Vertretern der Religionsgemeinschaften und des öffentlichen Lebens am 27. September 2002 statt. Im Friedhofsgelände bezeichnet das Grabmal, das von Herbert Friedl gestaltet wurde, den Ort des Begräbnisses.

Da seitdem im Zuge der Aufarbeitung der Fundgegenstände  systematisch weitere Asche und Knochenreste, gesammelt wurden, kam es am 20. Oktober 2009 zu einer zweiten Bestattungsfeier. Diese wurde im kleinen Kreise, jedoch ebenfalls mit hohen Vertretern der Religionsgemeinschaften, begangen.