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Pädagogisches Leitbild

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 Foto: Schülergruppe vor dem Schloss           Foto: Blick in einen Seminarrum, in dem gerade ein Vermittlungsprogramm stattfindet.

Schloss Hartheim ist ein Ort des Gedenkens und Erinnerns, der Dokumentation und des Lernens. Hier liegen auch die grundlegenden Aufgaben des Ortes: 1.) Gedenken 2.) Dokumentieren 3.) Vermitteln. Diese drei Aufgaben stehen in enger Verbindung und in stetigem Austausch: So sind die Ergründung der historischen Geschehnisse und die Erkenntnisse der Forschung Grundlage für die Etablierung von Erinnerungsprozessen, aber ebenso essentiell für die Festigung und Weiterentwicklung der pädagogischen Vermittlungsarbeit. Diese nimmt somit – wie wohl in jeder Gedenkstätte oder musealen Einrichtung – einen zentralen Stellenwert ein. Umso wichtiger ist es, die Vermittlungsarbeit auf qualitativ hohem Niveau für alle Besucherinnen und Besucher durchzuführen.

 

Lehr- und Lernziele der Vermittlungsarbeit im Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim

Die Ziele der pädagogischen Arbeit im Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim lassen sich in drei Kategorien einteilen:

 

1.) Grundlagen

Diese Faktoren schwingen im Hintergrund mit. Sie sind unsere Wertebasis, auf der wir als Lern- und Gedenkort handeln und die wir durch unser Handeln bei den Besucherinnen und Besuchern fördern und stärken möchten; sie stehen in ihrer Wichtigkeit gleichberechtig nebeneinander. Es sind dies:

a.) Demokratieverständnis Besucherinnen und Besucher sollen dazu angeregt werden, Wert, (Schutz-)Funktionen und Wichtigkeit des Erhalts von Demokratie zu erkennen.

b.) Toleranz Die Menschen so zu akzeptieren, wie sie sind, ist ein wichtiges Grundprinzip unserer Rechts- und Werteordnung. Das Verständnis für die Wichtigkeit und Implikationen von gelebter Toleranz abseits von bedeutungsleeren Schlagwörtern soll gefördert werden.

c.) Menschenrechtsverständnis Die Wahrung der Menschrechte ist ein weiterer wichtiger Eckpfeiler unserer demokratischen Gesellschaft. Besucherinnen und Besucher des Lern- und Gedenkorts Schloss Hartheim sollen dazu angeregt werden, sich mit den Dimensionen der Menschenrechte und den Implikationen von deren Missachtung auseinander zu setzen.

d.) Werte Sich der eigenen Werte bewusst zu werden, diese zu reflektieren, vor neuem Wissenshintergrund immer wieder zu überprüfen – dazu sollen Gruppen und Einzelpersonen, die den Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim besuchen, angeregt werden.

 

2.) Ortsspezifische Lehrziele

Die ortsspezifischen Vermittlungsziele sind jene Lehr- und Lernziele, die speziell durch den Besuch des Schlosses und nicht einer anderen Gedenk- oder Bildungsstätte angestrebt werden. Sie sollen durch die Vermittlung der zentralen Inhalte von Gedenkstätte und Ausstellung erreicht werden. Diese Ziele werden als gleich wichtig erachtet, die nachfolgende Aufzählung ist daher keine Wertungsreihung:

a.) Sensibilisierung für die Situation von Menschen mit Behinderung Wie leben Menschen mit Behinderung in unserer Gesellschaft, was sind ihre Wünsche, Sorgen, Probleme, Bedürfnisse? Wie und wodurch entsteht Behinderung?

b.) Kritische Reflexion der Bewertung menschlichen Lebens Wie kam es zur Bewertung menschlichen Lebens mit der Kulmination der negativen Entwicklungen im Nationalsozialismus? Was bedeuten Würde und Wert menschlichen Lebens? Nach welchen Kriterien wurden und werden Menschen bewertet bzw. nach welchen Kriterien wird ihnen Würde zugestanden?

c.) Förderung des Menschenrechtsverständnisses Welche Bedeutung haben die Menschenrechte für die Gesellschaft und für den Einzelnen? Was bedeuten Menschenrechte speziell für Menschen mit Behinderung? Was lässt Menschen innerhalb oder außerhalb der Gesellschaft stehen? Wie und wo entstehen Barrieren?

d.) Historische Fakten Die Vermittlung der Geschichte des Schlosses Hartheim: Im Zentrum stehen dabei die Vorgänge und Akteure der NS-Euthanasie speziell im Schloss Hartheim und generell im Dritten Reich, sowie das Erfahren des historischen Orts, der ehemaligen Tötungsräume sowie die Information über die Nachkriegsgeschichte des Schlosses.

 

3.) Lernziele

Die Begleitung/Vermittlung soll dazu führen, dass die Besucherinnen und Besucher einen Bezug des Gesehenen/Gehörten zu sich selbst herstellen.

a.) Wir reden von uns selbst Die Ereignisse im Nationalsozialismus sind speziell für Jugendliche schon sehr weit weg, sie sind ein abgeschlossenes Ereignis in der Geschichte. Besucherinnen und Besucher des Lern- und Gedenkorts Schloss Hartheim sollen ein Gefühl dafür entwickeln, dass die Menschen, die zur Zeit des Nationalsozialismus zu Opfern, Tätern, Mitläufern, Zuschauern, Verfolgten, Günstlingen, etc. wurden, ganz normale Individuen waren, die sich in ihrer menschlichen Natur nicht von Menschen der Gegenwart unterschieden. Umgekehrt: dass auch die Menschen der Gegenwart in einem vergleichbaren System vergleichbar handeln könnten.

b.) Was geht mich das an? Besucherinnen und Besucher des Lern- und Gedenkorts Schloss Hartheim sollen dazu angeregt werden, ihren persönlichen Bezug zu den geschichtlichen Ereignissen zu finden und zu reflektieren. Sie sollen Standpunkte entwickeln und/oder überdenken und ihre persönlichen Konsequenzen und Folgen aus dem Gesehenen und Gehörten überlegen.

c.) Kritisches Hinterfragen gegenwärtiger Tendenzen in der Biomedizin Die Besucherinnen und Besucher sollen die Komplexität der ethisch-moralischen Fragestellungen in verschiedenen Bereichen der modernen Medizin erkennen und reflektieren. Die Abhängigkeit der Beurteilung moralisch schwieriger Situationen von der persönlichen Situation jedes Einzelnen soll aufgezeigt werden. Die Besucherinnen und Besucher sollen einen Impuls zur Reflexion der Fragen von Wert und Würde des Lebens anhand aktueller Gegenwartsthemen erhalten.

d.) Aufzeigen von Verantwortung und Handlungsspielräumen Welche Handlungsspielräume hat der Einzelne in Geschichte und Gegenwart? Wodurch werden Sie bemessen? Wo beginnt und endet persönliche Verantwortung? Wie und wodurch bildet sich die Berufsethik von Personen, die in Heil-, Pflege- und Sozialberufen tätig sind? Welche Verantwortungen und Handlungsspielräume gibt es in der modernen Biomedizin?

 

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