Konferenz
 
   
 
 
 
Ambivalenzen der Biowissenschaften

In den letzten Jahrzehnten wurden durch die Entwicklungen in Humangenetik und Gentechnik Voraussetzungen für die Möglichkeit weitreichender Interventionen in die biologische Existenz des Menschen geschaffen.

Mit der Publikation der Ergebnisse des Humangenomprojekts im Jahr 2004 gilt die molekularbiologische Sequenzierung des menschlichen Genoms als abgeschlossen. Damit kündigte sich eine neue Qualität der Intervention in die biologische Existenz des Menschen an, und tatsächlich ist seither eine Fülle von Forschungsergebnissen in diesem Bereich zu registrieren. Sie bilden die Basis für eine Vorhersage bestimmter Erkrankungsrisiken und sind auch direkt und unmittelbar ökonomisch relevant: die biotechnische Industrie ist weltweit eine der größten Wachstumsbrachen. Darüber hinaus eröffnet die genetische Information die Möglichkeit einer gezielten gentechnischen Produktion neuer Lebewesen bzw. der Schaffung von "Menschen nach Maß".

Diese Entwicklung ist dazu angetan, gesellschaftliche Wertesysteme und Organisationsstrukturen grundlegend zu verändern und sie beinhaltet damit auch gravierende Auswirkungen auf das Leben jedes Einzelnen.

Die 2. Internationale Hartheim Konferenz versteht sich in diesem Kontext als Forum, auf dem die Konsequenzen für Individuum und Gesellschaft benannt und diskutiert werden, auch und gerade vor dem Hintergrund der Geschichte des Ortes.

 
 
 
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